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Sind Piercings noch angesagt?

Piercing extreem, Foto: Olympus1872_flickr
Es gab Zeiten, in denen ließ ein Piercing die Bevölkerung vor Empörung aufschreien, weil es als rebellisch und anarchistisch galt. Doch die Tage des metallenen Körperschmucks sind gezählt. Viel zu sehr ist das Piercing zum Massentrend geworden. Sich die Haut durchlöchern zu lassen ist nichts Besonderes mehr, bereits ab 10 Euro kann man ein Piercing gestochen bekommen und ewige Wartezeiten in Studios sind passé. Wer heute noch mit einem Piercing schocken möchte, der muss sich schon mehr einfallen lassen als den klassischen Ring im Ohrläppchen.
Es gibt hunderte von Orten am Körper, die dafür geeignet sind, gepierct zu werden, seien es Nase, Zunge, Lippen oder Augenbraue. Allein am Ohr gibt es neun verschiedene Schmuck-Stellen.
Besonders Mutige lassen sich ein Intimpiercing stechen. Auch hierfür gibt es zahlreiche Möglichkeiten: horizontal, quer, „nur“ durch die Vorhaut.
Die ersten Piercings hatten alle einen kulturellen Hintergrund. Bereits südamerikanischen Urvölkern wie den Maya wurden Piercings an Nase, Lippen und Ohren nachgewiesen. Dort galt erst als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, wer sich „stechen“ ließ. Dabei ging es vor allem um Mut, denn nicht wie heute wurden Betäubungsmittel und schmerzstillende Medikamente verabreicht. Bei vollem Bewusstsein rammten sich die Maya spitze Muscheln oder Steinchen durch ihr Gewebe. Wer das aushielt, der galt als erwachsen und mündig.
Auch afrikanische Stämme haben eine Vorliebe für Piercings, allerdings sind diese extrem groß und auffällig. So dehnen beispielsweise einige äthiopische Völker mit tellerförmigen Gegenständen gestochene Löcher in der Lippe aus, um eine „Tellerlippe“ zu bekommen. Dies sieht für westlich-zivilisierte Menschen meist unnatürlich und sehr fragwürdig aus.
Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, sich piercen zu lassen, der sollte eines bedenken: dies ist ein chirurgischer Eingriff, der durchaus Risiken birgt und mit Nebenwirkungen behaftet sein kann. So sind extreme Schwellungen oder allergische Reaktionen des Körpers auf das Metall einige der harmlosesten Folgen, die ein Piercing haben kann. Zudem wachsen die Löcher von lang getragenen Piercings meist nicht mehr zu. Man muss sich also im Klaren darüber sein, dass dieser Schmuck einen das ganze Leben lang begleiten könnte.